“Die Sendung mit der Maus” erklärte 1999 das Internet. Mit Modem, Kabelwirrwarr und flitzenden weißen Männchen – ein wahres Wunder der Technik

Quelle: geardiary.com
Fernseher, Radio, Laptop, Internet, Smartphone, … – und das am Besten noch in Kombination. Da sage noch mal einer, wir seien reizüberflutet, wir müssten uns dem Schwall an Informationen und Eindrücken wehrlos ergeben. Ganz und gar nicht – das Gegenteil ist der Fall. Einfach vor’m Fernseher zu sitzen und nur auf die Röhre, Verzeihung, den Plasma-Bildschirm zu schauen, ist doch total langweilig. Multimediales Entertainment sag ich nur: mit dem Laptop vor dem Fernseher, das ist heute die Regel. Die Studie “Media Multi-Tasking 2009″ der European Interactive Advertising Association (EIAA) belegt, dass knapp jeder fünfte Deutsche gleichzeitig fern schaut und im Web surft. Besonders beliebt sind dabei Online-Netzwerke und Instant-Messaging-Dienste wie twitter.
Da twittert Rayasa “wozu fernsehen, wenn ich twitter habe” – korrekt! Nehmen wir nur mal das Samstag-Abend-Primetime-Highlight (was für ein Wort) “Deutschland sucht den Superstar”. In drei Wochen kamen zur Show rund 11.151 Tweets zusammen. Da sollte doch die eine oder andere brauchbare Info versteckt sein, nach der man sucht: “nickstudmuffin: #DSDS Kim ist weiter” oder “Denise080293: Manu weiter, Nelson raus #dsds” – ok, danke für die Infos. Und zack, wieder drei bis vier Stunden und etliche Werbepausen gespart.
Da haben wir also die Verbindung von Rundfunk und Social Media. Interaktion wird möglich. Und das Tolle für die Sendeanstalten: sie bekommen Zuschauerfeedback sofort, ehrlich und vor allem en masse. Den Erfolg einer Sendung über die Einschaltquoten zu messen gehört vielleicht schon bald der Vergangenheit an – Set-Top-Boxen adé, Vögelchen, Vögelchen flieg! In Zukunft heißt es dann möglichweise: “Hey Johny, wie schaut denn unsere gestrige Twitterquote aus?
“Sandmann, lieber Sandmann, es nicht noch nicht soweit…” Diese Zeilen sind wohl fast jedem bekannt. Seit genau 50 Jahren bringt das Sandmännchen Kinder ins Bett. Am 22. November 1959 um 18:55 Uhr flimmerte die erste Folge über die Fernsehgeräte der ehemaligen DDR. Knapp eine Woche später folgte das Sandmännchen in Westdeutschland – jedoch mit einer anderen Optik:

Ost-Sandmännchen (links) und West-Sandmännchen (rechts)
Nach dem Mauerfall setzte sich das Ost-Sandmännchen durch und bringt noch bis heute um 17:55 Uhr im RBB und um 18:50 Uhr im MDR und KI.KA die Kinder mit kleinen Geschichten und der unvergesslichen Titelmelodie ins Bett.
Ab sofort gibt´s auf YouTube nicht nur kurzminütige (Amateur-)Filme, sondern auch ganze Sendungen von UK-Fernsehsendern. Möglich macht dies eine Kooperation mit 60 Partner, darunter die UK-Fernsehsender Channel 4, ITN und ITV.
Zum Start hat YouTube rund 5.000 Videos bereitgestellt. Die Fernsehender erhoffen sich durch die Zusammenarbeit mit der Videoplattform mehr Zuschauer und potenzielle Werbekunden zu gewinnen. Channel 4 wird beispielsweise die Sendungen “Peep Show”, “Hollyoaks” und “Jamie at Home” zeigen und dazu Werbung von Virgin Media, Universal, Samsung und Pepsi schalten. (Meedia)
Ob und wann auch deutsche Fernsehsender mitmachen, ist unbekannt.
Der Kampf um gute Einschaltquoten ist und bleibt ein Stressthema für TV-Sender. Erst kürzlich wurde das Vox-Nachmittagsprogramm umgekrempelt – aber das neue Programm kam auch nicht an. Also wieder neu umkrempeln.
Und auch ProSiebenSat.1 ist gerade groß am umstrukturieren: Im Frühjahr 2010 startet der Free-TV-Sender FemTV: Klatsch und Tratsch, Mode, Lifestyle, Beauty, Unterhaltung,… alles was das Frauenherz begehrt. Zum Jahreswechsel gehen muss dagegen “Focus TV”.
RTL testet kurz vor Weihnachten eine Dokusoap mit Ulrike von der Groeben, die Eltern rund um eine Adaption begleitet.
Das ZDF sendete Anfang 2007 die Sendung “2030 – Aufstand der Alten”. Nun wird daran angeküpft: “2030 – Ausbeutung der Enkel“. Meiner Meinung nach klingt das eher wie eine BILD-Schlagzeile, als ein Sendungsname der Öffentlich Rechtlichen mit Programmauftrag…
Heute schalten RTL und Vox auf den HDTV-Sendebetrieb um. Das bedeutet erstes hochauflösendes Fernsehen im deutschen Privat-Free-TV. Im Januar 2010 ziehen ProSieben, Kabel eins und Sat.1 nach. ARD und ZDF boten in den letzten Monaten immer wieder Testsendungen in HD an, der endgültige Umstieg folgt im Februar 2010 zu den Olympischen Winterspielen.
Der Haken an der ganzen Sache:
“Die Privaten senden ihr HD-Programm vorerst nur über Satellit – mit einer neuen Empfangsnorm namens HD+. Dafür brauchen die Zuschauer einen speziellen neuen Receiver (ab 150 Euro). Mit den bisher erhältlichen Sat-HD-Receivern sind die hochauflösenden Programme von RTL & Co. gar nicht zu empfangen. Und es wird noch kundenunfreundlicher: Nur im ersten Jahr ist der HD+-Empfang über Satellit kostenlos, danach zahlen Sie 50 Euro im Jahr für die Privaten” (tz-online).
Die Öffentlich-Rechtlichen sind dagegen zuschauerfreundlich: ARD und ZDF senden ihr HD-Programm unverschüsselt über Satellit und Kabel.

Quelle: dpa